Von der geostrategischen Schlüsselposition der Türkei bis hin zu den türkisch-europäischen Beziehungen – ein spannender Diskussionsabend geht zu Ende

Türkei: Sicherheitspolitik zwischen NATO und Nahost hieß die von langer Hand geplante Podiumsdiskussion der JEF Hannover am 30.11.2016. Zu Gast auf dem Podium waren neben dem Islamwissenschaftler Prof. Dr. Udo Steinbach auch der niedersächsische Landtagsabgeordnete Mustafa Erkan und dtj-online-Journalist Tobias Lau. Moderiert wurde der Abend von Prof. Dr. Christiane Lemke. Unterstützt wurde die Planung der Veranstaltung von der Europa Union (EUD) Hannover und dem Europäischen Informationszentrum (EIZ) Niedersachsen. Somit waren alle europapolitischen Akteure aus Berlin und Hannover vereint!

Nach einer Begrüßung durch die Vorsitzenden der JEF Hannover, Lennart Ulrich und Alicia Pommer, der Vertreterin des EIZ, Cornelia Zügge sowie des Vertreters der Europa Union, Bernd Wolf, eröffnete die Moderatorin des Abends, Frau Prof. Lemke mit einer Einführung in die türkisch-europäischen Beziehungen, die Veranstaltung. Steinbach bezog sich in seinem Eröffnungsstatement auf die Qualität der Beziehungen zwischen Türkei und EU. Die Union habe sich gegenüber der Türkei „schäbig verhalten“, indem sie mit dem Eingang der „privilegierten Partnerschaft“ den türkischen Bürgern und auch Politikern vorgegeben habe, ein reelles Interesse an einer türkischen EU-Beitritt zu haben. „Dass sich jemand wie Erdogan das nicht gefallen lässt, war absehbar“, so Steinbach weiter. Mit der gewaltsamen Niederschlagung der Gezi-Proteste 2013  „war auch absehbar, dass die EU und die Türkei so schnell nicht wieder zusammen kommen.“ Hier lenkte Mustafa Erkan ein, indem er betonte, dass es die Aufgabe der EU gewesen wäre und auch nach wie vor sei, die Türkei wieder auf einen richtigen Pfad zu bringen. Sicher trage die EU eine Teilschuld an den derzeitigen Entwicklungen in der Türkei, jedoch müsse man dem Land auch die Möglichkeit geben, erst einmal zur Ruhe zu kommen und sich neu zu sortieren. Lau hingegen sieht die EU als nützliches Spielzeug für die Türkei. Es sei zwar nichts erreicht, wenn die Beitrittsverhandlungen abgebrochen würden, jedoch müsse die EU deutlich machen, welchen Standpunkt sie eigentlich gegenüber der Türkei habe. Es könne nicht so weiter gehen, dass gegenüber einem so großen und einflussreichen Land keine klare Linie gefahren werde.

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