Junker-Klunker holt den Sieg

Am Donnerstag war es endlich soweit. Das Pub-Quiz, das sich allseits großer Beliebtheit erfreut, fand endlich auch in Hannover bei den JEFs statt.

Drei Teams traten gegeneinander an in Fragen von Sport, EU, Politik, Zeitgeschehen und aus der bunten Welt.

Von Anfang an war das Team Junker-Klunker auf der  Siegerspur. Denn es gab nicht nur Punkte für die richtige Antwort, auch „Nixwisser“ konnten punkten. Für die kreativste Antwort wurden Bonuspunkte verteilt. Auf die Frage, welche Insel für die Entstehungsgeschichte der EU eine besondere Rolle gespielt hat, war die Antwort „Eine Insel in Italien namens Miracolix“ sicher die falsche, aber mit Abstand lustigste Antwort.

Ein gelungener Rätsel-, Rate- und Wissensabend der JEF Hannover.

„Die EU – Das ist für uns eine Idee!“

Junge engagierte Europäer diskutierten am gestrigen Abend (21.4.) zum Thema „Brexit – Was würde das für die EU bedeuten?“

Hannover-Vorstände Lennart Ulrich und Alicia Pommer eröffneten die Veranstaltung, Landesvorstand Lennard Tiemann erläuterte die Organisationsstruktur der JEF und welche persönlichen Erfahrungen er damit verbindet.

Janina Dahl, Referentin des Abends, gab einen spannenden Einblick in die Argumentationsstränge der „Brexit“-Befürworter und erläuterte, warum David Cameron überhaupt ein Referendum über einen Verbleib in der EU abhalten lässt. Dabei kommt Janina nicht umhin, auch die Frage zu stellen, welche Sonderregelungen Großbritannien bisher mit der EU ausgehandelt hat, vor allem auch, welche sie bisher schon genoss. „Großbritannien ist eigentlich immer mit einem Fuß außerhalb der EU“, sagt sie. „Die EU, das ist für uns eine Idee – nicht nur ein wirtschaftlicher Zusammenschluss.“

Dass die Briten das anders sehen wir deutlich, als Janina auflistet, worum es Großbritannien eigentlich geht. „Es geht ihnen vielmehr um den Ausbau des Binnenmarktes, mehr wirtschaftlichem Wettbewerb und weniger Bürokratie. Sie wollen Teil der EU sein, aber sind nicht bereit, einen Teil ihrer Souveränität nach Brüssel abzugeben. Darin liegt das Problem.“ Dass die Briten beim Thema EU recht emotionslos argumentieren, wird nicht nur an diesem Beispiel deutlich, sondern zeigt sich auch darin, dass die pro-europäischen Kräfte im Land einen nur halbherzigen „Wahlkampf“ zum Referendum führten, so Janina weiter.

Dem Vortrag schloss sich direkt eine lebhafte Diskussion an. Man merkt, das Thema „Brexit“ beschäftigt!

 

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Vorständin Alicia Pommer bei der Begrüßung.

 

oben: Lennard Tiemann stellt die Jungen Europäischen Föderalisten vor; Besucher der Diskussion.

Landesversammlung der JEF Niedersachsen

Am kommenden Sonntag, 24.4.2016, findet die Landesversammlung der JEF Niedersachsen in Hannover statt. Es wird ein neuer Landesvorstand, sowie Beisitzer und BA-Delegierte gewählt. Außerdem möchten wir von unserer Exkursion nach Schottland berichten. Im Anschluss wird ein Planspiel der No Hate Speech-Kampagne  zu einer EGMR Entscheidung stattfinden, in der die Teilnehmenden die Rollen des Gerichts, der Regierung und der Presse einnehmen.

Wir freuen uns auf einen spannenden Mittag und anregende Diskussionen. Über wesentliche Entscheidungen halten wir euch natürlich auf dem Laufenden.

Gesamt Landesverb

„I´m In“ – Don´t say the F-word!

22 Junge Europäische Föderalisten aus Norddeutschland unterstützten im April die    „I´m In“-Kampagne der YEM (Young European Movement) in Edinburgh gegen einen Austritt Großbritanniens aus der EU.

Am 23. Juni stimmt Großbritannien über einen Verbleib in der Europäischen Union ab. Grund genug für die Jungen Europäischen Föderalisten aus Norddeutschland, die schottische Hauptstadt zu besuchen und sich über das bevorstehende Referendum zu informieren. Wer sind die Akteure, die einen Verbleib befürworten? Wie gehen sie vor? Und wie denken eigentlich die Schotten über einen Austritt aus der EU? Viele spannende Fragen, auf die wir hofften, Antworten zu finden.

Beim Finden der Antworten half uns unter anderem Christopher. Er ist Vorsitzender der YEM Edinburgh. Schnell merkt man bei ihm, er ist ein „Überzeugungstäter“, was die EU betrifft. Er führt uns nicht nur durch die Stadt Edinburgh, über deren Geschichte er genauestens Bescheid weiß, er führt uns auch in die Vergangenheit des Königreichs, erklärt uns, wie es dazu kam, dass die Briten nach dem Eintritt in die EG von einer Art europäischen Enthusiasmus gepackt wurden und warum dieser dann doch wieder abflachte. „Die Briten waren nach dem Ende des 2. Weltkriegs wirtschaftlich am Ende. Als sie sahen, dass es den Staaten, die sich zur EWG (Europäische Wirtschaftgemeinschaft), zusammengeschlossen hatten, wirtschaftlich viel besser ging als ihnen, entwickelten sie einen Europa-Enthusiasmus. 1973 trat das Königreich der Gemeinschaft bei, 1975 ließen sie die Bürger in einem Referendum darüber entscheiden, ob sie weiter in der EWG verbleiben wollen. So gesehen ist die Debatte darum, ob Großbritannien in der EU bleiben soll eine Debatte, die seit den 1070er Jahren geführt wird.“, weiß Christopher. „Allerdings“, doziert er weiter, „ist die Frage, ob das Land in der EU gut aufgehoben ist, kleine emotionale, sondern eine rein rationale. Geht es uns in der EU wirtschaftlich gut, sind die Briten für die EU. Geht es uns schlecht, sind wir dagegen.“ Umso erfreulicher empfinden wir die Tatsache, dass es Jugendliche wie Christopher gibt, die die EU nicht nur als Wirtschaftsgemeinschaft empfinden.

Dennoch gibt es Unterschiede zwischen uns. Während sich nahezu alle Verbände in ganz Europa als Föderalisten bezeichnen, lehnen die Briten diesen Zusatz ab und ersetzen ihn durch „Movement“, also Bewegung. „Der Begriff Föderalismus funktioniert bei uns nicht, man lehnt ihn generell ab. Also: Never ever say the F-word!“, warnt uns Christopher. Ein guter Tipp, denn ein paar Tage später wollen wir die YEM und ihre Kampagne „I`m In“ beim Flyer verteilen unterstützen. Wäre ganz schön unangenehm geworden, wenn wir, enthusiastisch wie wir waren, stolz von den Young European Federalists gesprochen hätten.

IMG_9482.JPG Christopher, YEM Edinburgh

Die Schotten, lernen wir später bei einem Vortrag von Dr. Jan Eichhorn von der Uni Edinburgh, sind, was einen Verbleib in der EU betrifft, nicht weniger gespalten als der Rest Großbritanniens. Das überraschte, denn bisher waren wir davon ausgegangen, dass Schottland eher für einen Verbleib in der EU sei. „Das war auch lange Zeit so.“, sagt Jan Eichhorn, „Während der Debatten über eine mögliche Unabhängigkeit Schottlands und dem anschließenden Referendum 2014 waren mehr als 70% dafür, dass Schottland, sollte es unabhängig werden, in der EU bleibt. Allerdings haben sich die Meinungen darüber inzwischen stark angenähert, die EU-Befürworter haben aber einen leichten Vorsprung.“ Umso wichtiger nennt er die Unterstützung der „I´m In“-Kampagne. Denn was aus Schottland und Großbritannien würde, würden sie die EU verlassen, stünde in den Sternen. Großbritannien wäre ein Präzedenzfall, niemand weiß, wie man einen Austritt abwickeln soll, niemand weiß, ob es nicht einen Dominoeffekt auslösen würde und andere Staaten ebenfalls aus der EU austreten würden.

IMG_9547.JPG Werbeplakat zur Kampagne „I´m In“ der YEM Schottland.

Unser Freund Christopher hat dazu eine deutliche Meinung. Er sagt, dass, würde das Land austreten, in ein paar Jahren der große Katzenjammer eintreten würde, weil die Briten feststellten, dass sie wirtschaftlich doch enorm von der Union profitiert hätten. Dann wollten sie sicher wieder Teil der Gemeinschaft sein.

Wie aber denken beispielsweise Mitarbeiter des Europäischen Parlaments und der Kommission über einen möglichen „Brexit“? Um das zu erfahren, trafen wir uns mit Ted (EP-Europäisches Parlament) und Caroline (EK – Europäische Kommission) zur Diskussion. „Die Mitarbeiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Europäischen Parlaments sind nicht in Kampagnen involviert. Das dürfen wir gar nicht“, sagt Ted. „Wir sind zur Neutralität verpflichtet, auch wenn wir persönlich natürlich Meinungen zum Thema haben. Äußern dürfen wir sie nicht.“ Vielmehr versorgt das Büro die verschiedenen Fraktionen und Abgeordneten mit Zahlen und Daten rund um einen möglichen „Brexit“. Insgesamt geht Ted davon aus, dass rund ein Drittel der Parlamentarier EU-Skeptiker seien, der Rest unterstütze die Idee eines vereinigten Europas.

Auf die Frage, welchen Zweck EU-skeptische Parteien verfolgten, wenn sie sich in das Parlament wählen lassen würden, entgegnet er, dass deren primäres Ziel es sei, die Parlamentsarbeit zu destabilisieren. Auch hier stellen wir die Frage, was passieren könnte, würde Großbritannien aus der EU austreten. Wieder erfahren wir keine genaue Antwort. Es gäbe zu viele Unbekannte in diesem Prozess, niemand könne sagen, wie ein Austritt abgewickelt werden könnte. Eines sei aber klar. Es würde ein sehr langwieriger Prozess werden. Denn schottisches Recht ist formal von Recht Großbritanniens abgekoppelt. Wenn also die Mehrheit der Schotten für einen EU-Verbleib stimme aber der Rest Großbritanniens dagegen votiere, dürfte es nochmal komplizierter werden.

Soweit wollen wir es aber nicht kommen lassen. Daher unterstützten wir unsere YEM-Freunde beim verteilen von Flyern in der Innenstadt von Edinburgh. Wir waren überrascht, wie gut alles vorbereitet war und vor allem, wie schnell wir unsere Flyer los wurden. Auf die Frage eines älteren Schotten, wer wir eigentlich seien, antwortete ich, dass wir die deutsche Unterstützungsfront gegen einen EU-Austritt Großbritanniens seien und hier unseren Freunden von YEM unter die Arme greifen wollen. „I´m sure we won´t leave“, sagt der Mann, bedankt sich aber für die Unterstützung der Kampagne, nimmt einen Flyer und winkt mir beim gehen hinter her. Hoffen wir mal, dass er Recht behält.

13012716_1099301973424819_2305779697162832053_n     JEF-Verbände aus Norddeutschland unterstützen die „I´m In“-Kampagne der YEM Edinburgh.

Um uns aber nicht nur politischen Fragen zu stellen, sondern auch die schottische Geschichte und ihre reichhaltige Kultur zu erforschen, machten wir uns auf den Weg ins Scottish National Museum, bestaunten den schottischen Landsitz der Queen, litten mit Maria Stuart im Holyrood Palace, tranken schottische Köstlichkeiten und tanzten zu Geige mit Gesang. Machten uns auf zur Küste, schrieben unsere Namen in den Sand, erklommen den Gipfel von St. Arthur´s Seat und legten uns die Stadt zu Füßen. Lauschten den Klängen des Dudelsacks, besuchten das Parlament und lernten, dass Symmetrie für Friedhöfe gemacht sei.

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Für uns waren es sieben spannende Tage voller Eindrücke und Infos, die hier natürlich nicht alle wiedergegeben werden können. Es würde einen kleinen Roman ergeben. Und ich denke, ich schreibe hier im Namen aller Mitreisenden, dass es eine tolle und sicher noch lange nachwirkende Reise war. An dieser Stelle bedanke ich mich im Namen aller JEF-Niedersachsen Teilnehmern für die tolle Möglichkeit zur Reise und natürlich für die prima Organisation.

IMG_9562 Gebäude des schottischen Parlaments. „Symetry is for cemetries“, sprach der Dichter, der das Gebäude bedichtete.

12976911_10154062450127698_3122338737737930893_o.jpg JEF Niedersachsen-Delegation im schottischen Parlament: v.l.n.r. Laura Wanner (Göttingen), Lennard Tiemann (Vorstand JEF Niedersachsen), Friederike Wahl (Hannover)

 

Text und Bilder: Friederike Wahl, Öffentlichkeitsarbeit JEF Hannover.

 

JEF-Nordlichter fahren nach Edinburgh

Am kommenden Sonntag, 10. April 2016, fahren die JEF-Nordlichter gemeinsam zum Austausch mit JEF-Schottland nach Edinburgh. Es wartet ein spannendes und vielfältiges Programm. Vor allem wollen wir uns mit dem Thema „Brexit“ befassen. Wie stehen unsere schottischen JEF-Freunde zum Referendum? Wie werden politische Kampagnen vor Ort geführt? Wer sind die Akteure? Spannende Fragen, denen wir uns in der kommenden Woche widmen wollen. Im Anschluss der Reise findet ihr hier natürlich eine kleine Bildergalerie und auch eine Reisereportage.

Bis dahin findet ihr hier unser Programm.

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